Beziehungen

Wie du etwas Besonderes wirst – eine Idee

etwas Besonderes

„Ein Mensch wird Mensch durch andere Menschen.“ Afrikanisches Sprichwort

Lesezeit: 5 Minuten

Status, Anerkennung, geliebt werden: Jeder Einzelne von uns wünscht sich, etwas „Besonderes“ zu sein.

Das fängt schon im Kindesalter an, wenn wir versuchen, die Liebe und Anerkennung unserer Eltern für uns zu gewinnen. Ein ganz normaler Prozess, der extrem wichtig ist: Ohne die Liebe und Fürsorge unserer Bezugspersonen leben wir nicht lange.

Deshalb hat die Natur nicht nur große Knopfaugen bei unseren winzigen Sprößlingen installiert, um für die Familie unwiderstehlich süß zu sein, sondern auch den Drang nach Liebe und Anerkennung fein säuberlich bei den Kleinen selbst eingepflanzt.

Und was konsumierst du?

Aber das ist nicht alles. Denn gerade in den westlichen Kulturen streben wir außerordentlich stark nach Geltung, die wir oft über Individualität zu erheischen versuchen.

Einerseits leben wir in einem System, das wie nie zuvor vereinheitlicht: Gleiche Bildung, gleiches Bewertungssystem, gleiche Klamotten für Jungen und Mädchen, festgelegte Bezahlung … (wobei immer noch erschreckend ist, wie unterschiedlich die Gehälter von Männern und Frauen aussehen! Soll hier aber nicht Thema sein.)

Andererseits wirst du geradezu dazu gezwungen, individuell zu sein: Was konsumierst du? Wie konsumierst du? Welche Klamotten trägst du? Gehörst du eher zu den Snobs oder doch den Punks? Vegan oder Fleischesser? Welche beruflichen Qualifikationen bringst du mit? Vielleicht kannst du keine Zwiebel schneiden, dafür aber eine hochkomplexe Programmiersprache bedienen.

Glückwunsch. In der Steinzeit wärst du draufgegangen. Nicht nur, dass die Steinzeitianer alles wissen mussten, was zum Überleben wichtig ist. Welche Pflanzen sie essen konnten und von welchen sie besser die Finger ließen; wie sie Steinwerkzeuge herstellten, ohne sich den Daumen abzuhacken; wie sie Gefahren erkennen konnten, ohne vor Furcht zu erstarren.

etwas Besonderes Steinzeit

Auch die Gemeinschaft war extrem wichtig, denn ohne sie hätte keiner überlebt. Die Gemeinschaft liegt uns im Blut, soviel steht fest.

Werde etwas Besonderes in deiner Gemeinschaft

Der Drang nach Geltung sitzt in jedem von uns. Und das führt zu einem Ellenbogengeschäft. Wir Menschen sind meiner Meinung nach total einfach gestrickt und dann doch wieder hochkomplex.

Wir handeln zu unserem eigenen Vorteil, trotzdem brechen wir auch oft genug aus diesen Mustern aus und opfern uns für andere auf. Das Ergebnis: Auf der einen Seite horten wir, was wir kriegen können. Auf der anderen Seite lieben wir es, uns zu kümmern, zu helfen und zu geben.

Und darauf möchte ich aufbauen. Kein Mensch ist wie Capri: Die heiß begehrte Insel für die Superreichen, an die Sardinien, Sizilien und Co. nicht heranreichen, weil sie einfach nicht so exklusiv sind.

Wir sind eben nicht isoliert. Es gibt immer Konkurrenz, egal wie hart du arbeitest. Und es wird immer einen geben, der besser ist als du. Aber wie kannst du da etwas Besonderes werden?

Ganz einfach: Indem du nicht mehr auf Individualität, Isolation und Ellenbogengeschäft setzt. Sondern deinen Egotrip runterschraubst, dich wieder mehr der Gemeinschaft zuwendest und damit den Unterschied für deine Mitmenschen ausmachst.

3 Beispiele, wie du etwas Besonderes werden könntest

Ich möchte dir im folgenden 3 Beispiele mitgeben, wie das aussehen kann. Das sind 3 sehr persönliche Beispiele, die mich und mein Leben zu dem gemacht haben, was wir heute sind.

Die Rettung meiner Beziehung …

Einer dieser besonderen Menschen hat schnell mein Vertrauen gewinnen können und war für mich der perfekte Ansprechpartner in meiner damaligen Not.

Ich hatte eine dicke, fette Beziehungskrise und spielte endgültig mit dem Gedanken, mich von meinem Freund zu trennen. Alle Menschen, mit denen ich bis dato gesprochen hatte, empfahlen mir auch genau das.

Und für mich war es wirklich ein bestialischer Kampf – Kopf gegen Herz –, ein letztes Ringen um die Beziehung, die mein Kopf eigentlich schon abgeschrieben hatte.

Besagte Person war der einzige Mensch ungefähr in meinem Alter, den ich kannte, der länger als 10 Jahre in einer Beziehung war. Er hatte schon jede Beziehungskrise gemeistert, die noch auf mich lauerte.

Also bat ich ihn um ein Gespräch. Ich klatschte ihm alle Fakten, alle Bedenken ungefiltert auf den Tisch und forderte ihn auf, mir zu sagen, was ich tun soll. Und er hat mir nur zugehört und nach meiner Schimpftirade gesagt: „Ihr könnt gemeinsam daran arbeiten.“

Ups. Da war der Wind aber aus den Segeln. Während alle anderen Menschen keine Zukunft mehr für meine Beziehung sahen, gab er mir die eine entscheidende Antwort: Die Zuversicht, dass alles gut werden würde. Dass eine Beziehung Arbeit bedeutete. Die sich lohnen und alle Schwarzseher in den Schatten stellen konnte.

etwas Besonderes Paar

Und so war es dann auch. Meine Beziehung überlebte diese schwere Krise und bis heute bin ich glücklich vergeben. Diese Worte gaben mir einen entscheidenden Anstoß zum Durchhalten, Weiterkämpfen, niemals Aufgeben. Für die Zweimeinschaft.

Vielleicht kannst du nachvollziehen, wieso diese Person etwas Besonderes für mich ist und auch immer sein wird. Obwohl sie nur zugehört und gesagt hat: „Ihr könnt daran arbeiten.“

Während alle anderen mir den Egotrip, auch aus Statusgründen, ans Herz gelegt haben, hat er meinen Blick auf die Gemeinschaft gelenkt. Siehst du, wie einfach es sein kann, etwas Besonderes zu werden?

… und die Rettung von meinem Körper und Geist

Die zweite Person war komplett anders. Experimentierfreudig, extrovertiert, und irgendwie so ganz anders als ich selbst … Vielleicht mir aber auch beängstigend ähnlich.

Jedenfalls sprach ich mit ihr darüber, dass ich mich einfach für keinen Sport so richtig begeistern konnte. Irgendwo drückte immer der Schuh, obwohl ich schon so viel ausprobiert hatte.

Da empfahl sie mir kurzerhand Yoga, was ich sofort ablehnte. So ein Eso-Zeug zuhause mach’ ich nicht.

Ich kann dir jetzt auch gar nicht mehr so genau sagen, wie es dazu kam, jedenfalls probierte ich es am gleichen Abend dann doch aus.

Ich habe seitdem nie mehr mit Yoga aufgehört und konnte dadurch erst eine für mich überlebenswichtige Strategie entdecken: Die Persönlichkeitsentwicklung. Ich weiß nicht, wer oder was ich heute wäre, wenn ich mich durch mein Mindset-Training nicht wieder aufgerappelt hätte.

Wie du siehst, hat auch hier dieser Mensch scheinbar nur eine Kleinigkeit getan. Für mich aber hat ihre Empfehlung mir ein Feld eröffnet, das mich zu der macht, die ich heute bin.

Die dritte Person war das Sahnehäubchen obendrauf: Sie hat mich nicht nur in tiefdunklen Stunden aufgefangen und war für mich da, als ich wirklich dringend jemanden gebraucht habe. Sie hat mich auch dazu gebracht, mit diesem Blog anzufangen.

Es waren ebenfalls nur ein paar Worte, nur ein „Jetzt mach’ doch mal was! Probiere dich aus! Fang an zu bloggen oder so was!“ Aber auch diese Kleinigkeit hat dazu geführt, dass sich meine Einstellung, meine Gedanken und die, die ich war, verändert haben.

Für meine Kreativität. Für meine Entwicklung. Für mich selbst, damit ich etwas Gutes in die Gemeinschaft tragen kann.

Alles, worum es geht, ist Menschlichkeit

Eine Philosophin und Sterbebegleiterin hat mal gesagt: „Alles, worum es letztlich im Leben geht, ist Menschlichkeit.“

Wir Menschen sind dazu geschaffen, um in der Gemeinschaft zu leben. Wir leben wechselseitig mit ihr. So, wie wir die Menschen in unserem Umfeld beeinflussen, beeinflussen sie uns zurück und machen uns zu denen, die wir heute sind.

Wie also kannst du etwas Besonderes werden? Indem du für deine Mitmenschen etwas Besonderes wirst!

Für wen kannst du der Engel sein? Du brauchst es nicht planen. Manchmal passiert es einfach von selbst, dass du plötzlich den entscheidenden Unterschied machst.

Vergiss niemals, dass du, deine Worte und deine Taten zählen. Egal wie klein und unbedeutend du dich vielleicht manchmal fühlst, denke daran:

„Falls du glaubst, dass du zu klein bist, um etwas zu bewirken, dann versuche mal zu schlafen, wenn eine Mücke im Raum ist.“ Sprichwort unklarer Herkunft

Ich bin mir sicher, für jemanden da draußen bist du etwas Besonderes. Und du kannst es noch für viele werden.

Fühle dich gedrückt und herzlich, Sabrina

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2 Gedanken zu „Wie du etwas Besonderes wirst – eine Idee

  1. Ein schöner Artikel, vielen Dank dafür! Ich stimme dir zu, die Gemeinschaft ist absolut wichtig für uns als Menschen. Konkurrenzkampf und Ellenbogengesellschaft, die wir heute haben, ist einfach nur kontraproduktiv für die menschliche Seele. Deshalb setze ich zum Beispiel auch in puncto Business und Blog immer auf Kooperation statt Konkurrenz. Die Geschichte mit deinem “Beziehungsvermittler” ist sehr schön: Statt zu sagen “bah, dieser Mensch hat mich so verletzt und ist jetzt nix mehr wert”, ist es viel sinnvoller gemeinsam zu ergründen, was passiert ist. Schließlich hat man sich einmal bewusst für diesen Menschen entschieden. Wenn man doch zum Schluss kommt, dass es besser ist, die Beziehung zu beenden, ist das auch okay. Aber man tut es in Respekt und nicht in Ablehnung.

    1. Hallo Anja,

      das sehe ich genauso 🙂 Und das mit dem “Beziehungsvermittler” hat mir sehr geholfen … Es hat mir damals sehr viel Kraft gegeben an einem entscheidenden Punkt in meinem Leben. Danke für deine Gedanken!

      Herzlich, Sabrina

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