Deine innere Mitte stärken

Mit dieser Technik eignest du dir jede Eigenschaft an

Wie du dir die Eigenschaft aneignest.

Lesezeit: 3 Minuten

Ein gesetzestreuer Polizist, eine liebevolle Tierärztin oder eine ruhmreiche Schauspielerin: Als Kind wusstest du wahrscheinlich genau, wie du später sein willst. Eben, wenn du „groß bist“.

Mittlerweile gehörst du wahrscheinlich schon „zu den Großen“. Aber hat sich das alles erfüllt, was und wie du sein wolltest?

Im Laufe deines Lebens haben sich wahrscheinlich auch ein paar Traumvorstellungen von dir geändert. Vielleicht ist die starke Feuerwehrsfrau (das war damals von mir eine „Wenn ich groß bin“-Vorstellung) mittlerweile umgewandelt in eine etwas weniger aufregende Büroassistentin.

Und frühere Ideale wie „die schönste Prinzessin sein” sind durch etwas bodenständigere Eigenschaften wie „Ehrlichkeit“ oder „Durchhaltevermögen“ ersetzt worden.

Egal was deine Wünsche an dich selbst sind – womöglich bist du noch nicht da, wo du sein willst. Das heißt aber nicht, dass du aufgeben solltest. Es gibt nämlich eine Technik, mit der du zu der Person werden kannst, die du sein willst.

Wie das funktioniert? Indem du dir die Eigenschaften deines zukünftigen Ichs aneignest. Hier setzt dieser Text an. Er zeigt dir, wie du die Eigenschaften deines zukünftigen Ichs in deinen Alltag integrierst.

Du brauchst eine Bestandsaufnahme

Um zu wissen, wo du hinwillst, brauchst du erstmal eine Bestandaufnahme: Was sind die Eigenschaften, die du gut findest? Welche kannst du schon vertreten? Und welche sind die Eigenschaften, die du zukünftig stärker machen und leben möchtest?

Nimm dir dafür gerne Stift und Papier zur Hand. Lege dein Handy dafür ruhig mal zur Seite. Schreibe alles auf, was dir an Eigenschaften einfällt.

Wenn du schon mal eine Liste mit deinen Stärken und Schwächen zusammengetragen hast, zum Beispiel für ein Vorstellungsgespräch, kann diese dir dabei helfen. Allerdings rate ich davon ab, alles 1:1 rüberzukopieren. Dich zeichnen mehr Eigenschaften aus als die, die du deinem Personaler vortragen möchtest.

Damit du reinfinden kannst, hier mal ein paar positive Eigenschaften aufgelistet:

  • Ehrlichkeit
  • Geduld
  • Loyalität
  • Treue
  • liebevoller Umgang mit dir und anderen
  • Respekt
  • Nachsicht
  • Verständnis
  • Selbstdisziplin
  • Fröhlichkeit
  • Freundlichkeit
  • Kreativität
  • Selbstbewusstsein
  • Interesse an anderen
  • Zuverlässigkeit
  • Hilfsbereitschaft
  • Echtheit
  • Offenheit

Wenn du diese Liste durchgehst, wirst du wahrscheinlich schon ein Gefühl zu einzelnen Punkten entwickeln und dir denken: „Oh ja! Das ist eine tolle Eigenschaft! Daran will ich arbeiten!“

Aber bitte setze dich selbst nochmal hin und überlege dir: „Welche Eigenschaften habe ich? Und welche will ich zukünftig haben?“

Wie kannst du die Eigenschaft konkret anwenden?

Wie aber schaffst du es, diese Begriffe wirklich in dein tägliches Handeln zu integrieren? Die klingen zwar alle sehr schön, aber sie sind doch sehr abstrakt.

Mache sie deshalb möglichst konkret: Schnappe dir dafür eine Eigenschaft, auf die du wirklich Lust hast. Oder wenn das nicht gegeben ist, dann nimm dir eine Eigenschaft raus, die du stärken möchtest oder an anderen bewunderst.

Jetzt ist wieder Zettel und Stift gefragt: Wie kannst du diese Eigenschaft konkret in deinen Alltag einbinden? Welche Möglichkeiten hast du, sie aktiv zu leben? Schreibe dafür zu deiner Eigenschaft so viele Handlungsoptionen auf, wie dir einfallen. Wenn deine Eigenschaft zum Beispiel mehr Nachsicht mit anderen Menschen sein soll, kann das wie folgt aussehen:

Ich bin jedes Mal nachsichtig, wenn …

… ich darüber hinwegsehe, dass mein Gegenüber mich provozieren will.

… ich gelassen reagiere, obwohl mein Partner den Haushalt nicht gemacht hat.

… ich interessiert nachfrage, weil mir jemand im Chat nicht antwortet.

… ich nicht zurückboxe, weil jemand mich angerempelt hat.

… ich daran denke, dass die Person nur nicht den Bus verpassen will, weil sie ohne Verabschiedung zum Bus rennt.

… ich mich in die Person hineinversetze, die mich unfair behandelt.

… ich kritisch reflektiere, ob es wirklich so böse gemeint war, wie es gerade bei mir ankam.

… ich der Person zugestehe, dass sie etwas unglaublich wichtig findet und mich deshalb unterbricht.

… ich einsehe, dass ich noch etwas lernen kann, wenn jemand meine Erwartungen nicht erfüllt.

… ich auf Unverständnis von anderen mit einer ruhigen Erklärung antworte.

… ich die Geduld aufbringe, etwas nochmal zu erklären, weil mein Gegenüber mich nicht verstanden hat.

… ich eine fremde Meinung respektiere, obwohl sie nicht meine eigene ist.

… ich mir ins Gedächtnis rufe, dass jemand viel arbeitet und deshalb wenig Zeit für mich hat.

Ich empfehle dir, eine Liste mit mindestens 10 Punkten aufzusetzen. Gerne so alltagsnah wie möglich formuliert. Das macht sie wesentlich handfester und vor allem für jeden Tag und unterschiedliche Situationen brauchbar.

Gleiche dein Verhalten mit der Liste ab

Jetzt hast du eine Vorlage, die du genau abgleichen kannst. Du kannst diese Liste zum Beispiel mit dir herumtragen, sodass du direkt in „kritischen Situationen“ draufschauen kannst.

Wenn eine Situation besteht, die Nachsicht begrüßen würde, kann ein Blick aufs Zettelchen Wunder wirken. Es wird dich nicht nur beruhigen, sondern dir auch Ideen geben, wie du jetzt handeln kannst.

Wenn du nicht ständig mit einem Zettel in der Hosentasche unterwegs sein möchtest, auch verständlich. Dann kannst du die Liste einfach abends durchgehen.

Sie beschert dir nicht nur ein Erfolgserlebnis, wenn du top gehandelt hast; du kannst sie auch als Kontrollfunktion nutzen. Wie viele Situationen hast du heute hervorragend gemeistert? Die Liste bietet dir einen Messwert zum Vergleichen.

Und wenn das heute noch nicht so geklappt hat mit der Nachsicht, lies dir die Liste gerne noch ein paar Mal durch. Verwandlung klappt ja bekanntlich selten über Nacht. Und vielleicht läuft’s morgen schon wesentlich besser!

Dein Verhalten passt sich an

Je stärker du dich an deiner Liste orientierst, umso mehr wirst du das Verhalten früher oder später in dir verankern. Dein Gehirn behält, womit es täglich gefüttert wird. Durch Denken (wenn du diese Liste wieder und wieder liest) und durch aktives Handeln (du setzt die Liste um).

Dann brauchst du diese Liste eines Tages nicht mehr. Du hast dann selbst die Eigenschaft in dir geweckt, die du immer haben wolltest.

Und wenn du eine Eigenschaft in dir zum Strahlen bringen kannst, dann geht das auch mit anderen! So kannst du Schritt für Schritt mehr zu der Person werden, die du sein möchtest.

Sei dabei bitte geduldig mit dir: Soweit ich weiß, ist noch kein Meister vom Himmel gefallen. Wäre ja auch eine unsanfte Landung. Aber diese Listen werden dir dabei helfen, nachhaltig eine positive Verwandlung in dir hervorzurufen.

Ich wünsche dir viel Erfolg und alles Gute dabei!

Herzliche Grüße,

Sabrina

Wie gefällt dir diese Technik? Hast du vielleicht schon Erfahrungen mit ihr gemacht? Was fällt dir ein, um mehr zu der Person zu werden, die du sein willst? Schreibe es gerne in die Kommentare, ich freue mich!

Zu diesem Text hat mich Lars Krüger inspiriert.

Du möchtest intensiver mit deinen Gedanken arbeiten? Dann klick mal hier drauf.

Effizientes Arbeiten steht für dich an oberster Stelle zur Selbstverwirklichung? Dann findest du hier eine Anleitung dafür.

Noch mehr Lust auf Weiterentwicklung?

Dir gefällt der Artikel? Dann freue ich mich sehr, wenn du mich unterstützt und ihn an jemanden schickst, dem er auch helfen könnte.

Du willst am Ball bleiben? Dann sichere dir jetzt kostenlos die Gedankenguru-News!

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.