Deine innere Mitte stärken

Das solltest du unbedingt über deine Wahrnehmung wissen

Wahrnehmung

Man sieht oft etwas 100 Mal, 1000 Mal, ehe man es zum
allerersten Mal wirklich sieht. Christian Morgenstern

Lesezeit: 4 Minuten

Hast du dich schon mal gefragt, warum manche Menschen immer die Sonnenseite des Lebens sehen? Und warum andere zu jedem Thema immer irgendetwas Negatives beisteuern?

Vielleicht ist es dir auch gar nicht so bewusst aufgefallen. Vielleicht hast du aber mitbekommen, dass manche Menschen ständig gut drauf sind, während andere jedes kleine Bisschen zu viel zu sein scheint. Und ihnen maximal ein müdes Lächeln über die Lippen fährt.

Diese Menschen, die zum Lachen in den Keller gehen, während andere fröhlich durch die Welt zu springen scheinen. Und du fragst dich: Woran liegt das?

Und diese Frage möchte ich dir hier gerne beantworten.

Bischoff: „Du siehst die Welt so, wie du bist.“

Als ich mit Persönlichkeitsentwicklung angefangen habe, war einer der ersten Coaches, denen ich begegnet bin, Christian Bischoff. Dieser ehemalige Basketballspieler und -trainer und mittlerweile Mentalcoach hat mir damals über ein Youtube-Video erzählt, dass jeder Mensch die Welt so sieht, wie er selbst ist.

Klingt komisch? Dann möchte ich hier das Beispiel für dich aufzeigen, das Bischoff damals genommen hat, um seine Gedanken besser zu erklären.

Stelle dir ein Café an einem sonnigen Tag vor, an dem eine junge, hübsche Frau mit knappen Kleid vorbeigeht. Eine kräftigere Frau sitzt in diesem Café mit einem Stück Kuchen, sieht die junge Frau und denkt sich: „Wow, sieht die toll aus! So möchte ich auch aussehen!“ Sie lässt das Stück Kuchen liegen, bezahlt die Rechnung und geht seitdem jeden Tag zum Sport.

Eine andere, korpulente Frau sitzt ebenfalls in dem Café, sieht die schlanke, hübsche Frau vorbeigehen und denkt sich: „Mann, wieso ist die so dünn und ich bin so dick?! Ich werde niemals aussehen wie diese Frau!“ Sie bestellt sich direkt das zweite Stück Kuchen, was sie gefrustet verdrückt.

Ein Orthopäde sitzt ebenfalls in dem Café, sieht die junge Frau mit ihren hohen Schuhen vorbeigehen und denkt sich: „Weiß die gar nicht, was sie mit diesen hohen Stelzen ihrem Rücken antut? Der wird sich im Alter aber bei ihr bedanken!“

Ein junger Mann sitzt ebenfalls in dem Café, sieht die hübsche Frau und denkt sich: „Wow, die würde ich aber gerne ansprechen! Aber mit so jemandem wie mir will die wahrscheinlich nichts zu tun haben. Bei der könnte ich nie landen.“ Also bleibt er sitzen und versteckt sich scheinbar geschäftig hinter seinem Handy.

Du erkennst einen Teil von dir in deiner Wahrnehmung

Es gibt unzählige weitere Beispiele für diese Café-Situation. Wichtig ist, dass du erkennst, dass niemand von diesen Gästen diese Frau sieht. Nein, sie sehen sich selbst, gespiegelt in der schlanken, vorbeigehenden Frau. Durch ihren ganz persönlichen Filter. Christian Bischoff fasst dieses Phänomen so zusammen: „Du siehst die Welt niemals so, wie sie ist. Du siehst die Welt so, wie DU bist.“

Café Wahrnehmung

Wahrnehmung ist alles. Dem stimme ich uneingeschränkt zu. Und wie du die Welt wahrnimmst, zeigt dir, wie du bist. Allerdings möchte ich dem nicht zu 100 Prozent zustimmen. Du, ich, wir alle nehmen die Welt so wahr, wie wir sie in diesem MOMENT wahrnehmen. Das heißt, wir nehmen den stärksten Anteil von dem wahr, wie wir in dem MOMENT sind.

Wenn zum Beispiel die erste kräftige Frau die junge Frau vorbeigehen sieht, überwiegt ihr motivierter Anteil, jetzt mehr Sport zu treiben. Aber auch, wenn diese Frau ab sofort regelmäßig zum Sport geht, wird sie Anteile in sich tragen, die doch lieber auf dem Sofa die Füße hochlegen würden. Oder die gerne lieber zu den Chips statt dem gesunden Gemüse greifen würden.

Das heißt, in dem Café-Moment spiegelt die Frau ihren motivierten Anteil in sich, der sie ermutigt, jetzt öfter zum Sport zu gehen. Sie sieht nicht, wie sie ist. Sie sieht einen bestimmten Anteil von sich, während der Sofa- und Chips-Anteil zwar da, aber in dem Moment zweitrangig ist.

Genauso ergeht es auch der anderen Frau, die sich vor lauter Frust das zweite Stück Kuchen bestellt. Das heißt nicht, dass sie ein Griesgram ist, der niemals motiviert und sportlich sein kann. Sie spiegelt nur in diesem Moment einen frustrierten Anteil in ihr, während ihr sportbegeisterter und motivierter Anteil nur in der zweiten Reihe Platz nehmen darf.

Und so lässt sich das auf jeden Menschen übertragen. Er spiegelt in dem Moment den Anteil von sich, der am größten, am stärksten ist. Was aber nicht heißt, dass die anderen Anteile nicht vorhanden sind.

Du bist deiner Wahrnehmung nicht ausgeliefert

Warum ich so sehr darauf beharre, das zu betonen? Weil es mir wichtig ist, dass du erkennst, dass du dir nicht selbst ausgeliefert bist. Und weil jeder Mensch mehrere Facetten hat.

Ja, Wahrnehmung ist extrem wichtig, um dich selbst zu beobachten und zu finden. Wahrnehmung ist extrem wichtig, um deine innere Mitte zu finden. Wahrnehmung ist extrem wichtig, um etwas über dich selbst zu lernen. Und ich würde dir auf jeden Fall empfehlen, dass du dich selbst beobachtest, um deine dominanten Anteile zu erkennen.

Aber wenn du das beispielsweise jetzt tust und häufig darunter kleinhaltende, negative, vielleicht sogar selbstzerstörerische Gedanken sind, heißt das nicht, dass DU so bist. Es heißt nicht, dass du ein schlechter Mensch bist. Oder dass du dich jetzt so „akzeptieren“ und dich ergeben musst.

Es heißt nur, dass gewisse Anteile so von dir sind. Die du liebevoll beobachten darfst. An denen du liebevoll arbeiten und wachsen darfst. Nichts ist in Stein gemeißelt. Erst recht nicht deine Wahrnehmung.

Und du darfst dir immer vor Augen führen: Selbst der größte Sportler hat mal einen schlechten Tag. Hat einen inneren Schweinehund, der ihn selbst gerne auf dem Sofa halten möchte. Aber der große Sportler kann sich meistens auf seinen dominanteren Anteil – den motivierten – stützen, während bei anderen der Sofa-Anteil überwiegt.

Auch das größte Liebespaar trägt manchmal Anteile in sich, in denen es zweifelt. Auch der größte Geizhals hat einen Anteil in sich, der gerne geben möchte. Oder Mönche und Nonnen, auch die sind nur Menschen und fühlen sich manchmal ihren negativen Gedanken ergeben.

Wir alle haben einen positiven Filter, und wir alle haben einen negativen Filter. Er lädt uns dazu ein, uns selbst und unsere Stärken und Wunden zu erkennen. Ohne Bewertung.


Mit diesem Text möchte ich dir mitgeben, dass du die Welt so siehst, wie dein größter Anteil in dem Moment ist. Wenn du davon noch nicht so ganz überzeugt bist, lade ich dich ein, es einfach mal auszuprobieren!

Beobachte dich und andere, wie sie auf bestimmte Situationen reagieren. Das ist entscheidend, um dir selbst näher zu kommen. Vielleicht reagierst du auf manche Situationen total beschwingt und positiv, während in anderen dein Pessimismus schwärzer als die Nacht ist. Hier kannst du ansetzen und liebevoll mit dir selbst arbeiten. Hier lädt dich dieser Blog ein, mehr über inneres Wachstum und einen liebevollen Umgang mit dir selbst zu erfahren.

Ich wünsche dir viel Spaß mit diesen Erkenntnissen und vor allem beim Beobachten!

Herzlich, Sabrina

Was denkst du jetzt über deine Wahrnehmung? Bist du bereit, jetzt genauer hinzuschauen? Welche Gedanken schießen dir durch den Kopf? Ich freue mich auf dein Feedback in den Kommentaren!

Hier geht’s übrigens zur Website von Christian Bischoff, der mitunter einen großartigen Podcast betreibt.

Du möchtest mehr über die wichtigsten Dinge im Bereich Persönlichkeitsentwicklung erfahren?

Wenn du genau überlegst, hast du schon das Gefühl, eher negativ zu sein? Dann lies mal diesen Text!

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