Welcher der 4 Freundschaftstypen bist du?

Freundschaftstypen

Lesezeit: 4 Minuten

Bist du eigentlich eine gute Freundin oder ein guter Freund? Freundschaft ist ein Thema, das mich schon seit einigen Jahren sehr stark beschäftigt. Ich habe viele negative Erfahrungen in meinen zwischenmenschlichen Beziehungen gesammelt. Heute weiß ich, es waren sehr elementare und überaus wichtige Erfahrungen, die mich mir selbst näher gebracht und mir gezeigt haben, wie wichtig echte Freundschaften sind.

Denn oftmals sind es nicht die romantischen Affären – über die wir meist viel mehr nachdenken –, die uns den Rücken stärken und uns Halt geben, wenn wir den Boden unter den Füßen verlieren. Es sind unsere Freunde, die wir manchmal für selbstverständlich halten und bei denen wir uns wundern, wenn sie plötzlich nicht mehr da sind, wenn wir sie brauchen.

Aber sind wir selbst denn eigentlich gute Freunde? Was gibst du deinen Freunden? Was macht dich aus? Damit beschäftigt sich dieser Beitrag, der nach dem Wissen und Buch „Think like a Monk“ von Jay Shetty verfasst wurde. Hierfür schauen wir uns an, was eine gute Freundschaft ausmacht, welche 4 Freundschaftstypen es gibt und wie sie dir helfen, bessere zwischenmenschliche Beziehungen zu führen.

Was ist eine gute Freundschaft?

Vielleicht kennst du auch das ungute Gefühl, dass du jede Menge Liebe und Aufmerksamkeit nach außen trägst, allerdings nicht das gleiche Maß an Liebe zurückbekommst. Shetty ist da anderer Meinung. Er sagt: Alles, was du an Liebe sendest, kommt auch zu dir zurück. Woher dann das Gefühl, du würdest nicht so gut behandelt, wie du andere behandelst?

Das Problem ist in deinen Erwartungen verhaftet. Fälschlicherweise erwartest du, dass die Liebe auch genau von denjenigen zurückkommen muss, denen du deine Liebe gibst. Das stimmt nicht. Ja, deine Liebe kommt auf jeden Fall zurück. Nur eben nicht immer von den gleichen Personen, denen du deine Liebe schenkst.

Zwei junge Freunde

Leider neigen wir Menschen dazu, denen unsere meiste Liebe und Aufmerksamkeit zu schenken, die uns mit weniger Wertschätzung versorgen. Dafür erhalten wir von anderen sehr viel Liebe und Aufmerksamkeit, doch wir erwidern darauf nicht so viel, sind vielleicht sogar manchmal etwas von deren Aufmerksamkeit genervt. Doch sollten wir nicht eher die Menschen schätzen, die uns schätzen? Sollten wir nicht diese Menschen als Freunde wählen und schätzen?

Die Kunst der guten Freundschaft ist, sich die Menschen als Freunde auszusuchen, die dich lieben und wertschätzen, so wie du sie liebst und wertschätzt. Die Kunst ist ferner, diese Liebe auch aufrechtzuerhalten, sie wertzuschätzen und sich immer wieder selbst daran zu erinnern. Freundschaft ist etwas, das wie eine Liebesbeziehung auch gepflegt wird. Und Freundschaft ist eine gegenseitige Bereicherung. Sie wurzelt im Vertrauen und kann laut Shetty in 4 verschiedene Typen von Vertrauen unterteilt werden, die alle gleichwertig sind.

Welche Freundschaftstypen gibt es?

Das mit der Gleichwertigkeit betone ich, weil ich sehr gut das Gefühl kenne, oft nicht genug in zwischenmenschlichen Beziehungen „liefern“ zu können. Meistens – vielleicht geht es dir ja auch so – bewundern wir genau die Eigenschaften, die wir selbst nicht so stark ausgeprägt haben. Aber keiner der 4 Freundschaftstypen ist besser oder schlechter, denn jeder von ihnen trägt wichtige Bestandteile in sich, die jeder Mensch braucht und schätzt.

1. Kompetenz

Der erste Typ ist der Kompetenz-Typ. Er ist derjenige, den wir als erstes bei „technischen“ Themen um Rat fragen, da er meistens gute Ideen zur Lösung des Problems beiträgt. Oftmals ist er ein „Experte“ oder hat schon einiges an Erfahrungen in dem gefragten Bereich gesammelt.

2. Fürsorge

Der zweite Typ ist der Fürsorge-Typ. Er will in erster Linie, dass es dir gut geht, und misst dich beispielsweise nicht an deinem Erfolg oder deinen Noten. Er stärkt dir den Rücken, glaubt an dich und steht zum Beispiel auch bei deiner Geburtstagsplanung selbstverständlich zur Seite.

3. Charakter

Der Charakter-Typ ist derjenige, der dich als eine Art moralische Leitfigur unterstützt. Er hat einen starken Charakter, gute Werte und lebt, was er sagt. Besonders bei zwischenmenschlichen Fragen kommst du auf ihn zu oder orientierst dich an ihm.

4. Beständigkeit

Dieser Freundschaftstyp ist die beständige Typ, der schon Ewigkeiten an deiner Seite steht und mit dir durch dick und dünn geht. Mit ihm hast du schon einiges erlebt, von Partys bis zu Flohmarkt-Besuchen, und ihr werdet bestimmt auch die nächsten Jahre noch einiges zusammen erleben. Zeit nimmt sich dieser Freundschaftstyp nämlich immer wieder gerne für dich.

Wie du die 4 Freundschaftstypen anwenden kannst

Vielleicht hast du schon beim Lesen dich oder auch ein paar deiner Mitmenschen in diesen 4 Typen erkannt. Vielleicht aber auch nicht. Natürlich verschwimmen diese 4 Freundschaftstypen untereinander. Du kannst keine klaren Linien ziehen, aber vielleicht findest du Tendenzen und kannst verstehen, was du an anderen schätzt und was andere an dir schätzen.

Mutter und Tochter

Finde deine Rolle …

Das kann von Mensch zu Mensch unterschiedlich sein. Jede Person ist in bestimmten Bereichen ein Experte, sorgt sich um jemanden ganz besonders, hat starke charakterliche Werte und ist dauerhaft an jemandes Seite. Doch das musst nicht unbedingt in jedem Fall du sein.

Wichtig ist, welche Rolle ein Mensch für dich einnimmt und welche Rolle du für ihn einnimmst. Du kannst nicht alles für jeden erfüllen – aber du kannst schauen, welchen Wert du für welche Freundin oder welchen Freund erbringen kannst. So findest du gute Grenzen, die dich stark machen, auszeichnen und dich zugleich nicht ausbrennen oder an dir selbst zweifeln lassen.

Auf der anderen Seite weißt du, was du von der anderen Person erwarten und an ihr schätzen kannst. Du kannst dir ihre Stärken immer wieder in Erinnerung rufen und Enttäuschungen minimieren.

… und deine Position

Zugleich findest du eine Position in der Beziehung zu der anderen Person: Lernst du von der anderen Person in einem bestimmten Bereich, bist du mit ihr auf einem ähnlichen Stand, oder bringst du ihr etwas bei? Das hängt überhaupt nicht vom Alter oder Wissensstand ab! Das kleine Mädchen oben im Bild kann der Frau zum Beispiel im Typ Charakter genauso viel beibringen wie die Frau dem Mädchen vielleicht im Bereich der Kompetenz.

Und wenn du ungefähr weißt, wie du positioniert bist, wird das dafür sorgen, überzogene Erwartungen an dich selbst und die andere Person zu minimieren. Diese 4 Typen lassen sich übrigens auf alle Vertrauenspersonen in deinem Umfeld beziehen, einschließlich Familie oder Partnerschaft.


Und zum Schluss: Kein Mensch dieser Welt ist eine All-in-one-Person. Denn oft suchen wir genau das – vor allem in Partnerschaften. Und sind dann allzu schnell enttäuscht, wenn eine Person mal nicht die einzig wahre Lösung liefert oder vielleicht auch mal charakterlich schwächelt. Diese 4 Typen können dir deshalb dabei helfen, klare Grenzen bei dir und anderen zu ziehen, deine und ihre Werte zu kennen und bessere zwischenmenschliche Beziehungen zu führen. Das wünsche ich mir für dich.

Herzlich, Sabrina

Jetzt freue ich mich auf dein Feedback! Hast du dich in einem oder mehreren der 4 Freundschaftstypen erkannt? Konntest du etwas für dich aus dem Text mitnehmen? Lasse gerne deine Gedanken hier.

Titelbild: Dimhou/Pixabay; Bild 1: Chuotanhls/Pixabay; Bild 2: 27707/Pixabay

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